Trägerentwicklung
Ich begleite Vereine und soziale Träger, deren Strukturen mit ihren Aufgaben nicht mehr Schritt halten. Die Arbeit reicht von Satzung und Leitbild über die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bis zu Anträgen, Sachberichten und Verwendungsnachweisen. Ich arbeite mit Vorstand und Team, bereite Gespräche mit den Ämtern vor oder nehme selbst daran teil.
Den Auftrag erteilen heute meist Stellen, die solche Vereine fördern oder mit ihnen zusammenarbeiten, seltener die Vereine selbst. Im Fachspezifischen Trägercoaching für das Bundesfamilienministerium habe ich geförderte Projektträger begleitet. Von 2020 bis 2024 habe ich die Geschäftsstelle von Mosaik e.V. in Hamm geleitet, einem sozialen Träger mit interkultureller Kita.
Wann Sie mich ansprechen
- Sie fördern Vereine oder arbeiten mit ihnen zusammen und wollen deren Entwicklung fachlich begleiten lassen.
- Ein Verein, den Sie fördern, kann nicht klar zeigen, wo seine religiöse Arbeit endet und die geförderte Jugend- oder Sozialarbeit beginnt.
- Als etablierter Träger wollen Sie ein Angebot gemeinsam mit einem migrantischen Verein aufbauen.
- Ihr Verein ist gewachsen, aber Satzung und Zuständigkeiten stammen aus der Gründungszeit. Vorstand und Ehrenamtliche tragen Aufgaben, die hauptamtliche Strukturen erfordern.
- Sie wollen als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt werden.
- Förderantrag, Sachbericht oder Verwendungsnachweis stehen an, und im Team fehlen Erfahrung oder Zeit.
- Eine Projektförderung läuft aus, und die Arbeit soll in Regelstrukturen weitergehen.
- Im Vorstand oder zwischen Vorstand und Team ist ein Konflikt festgefahren.
Was ich übernehme
Satzung und Leitbild
Ich kläre mit Vorstand und Mitgliedern, was die Satzung regeln muss, damit sie zur heutigen Arbeit des Vereins passt, von Zweck und Aufgaben bis zu Gremien und Entscheidungswegen. Die Abstimmung im Verein begleite ich bis zum Beschluss der Mitgliederversammlung. Die rechtliche und steuerliche Prüfung übernehmen Anwälte und Steuerberater.
Im Leitbild hält der Verein fest, welchen Auftrag er heute erfüllt und für wen er arbeitet. Ich erarbeite es mit dem Vorstand, etwa in einer Klausurtagung, und leite daraus die nächsten Schritte für die Organisation ab.
Professionalisierung
Wächst ein Verein, reichen Absprachen unter Ehrenamtlichen nicht mehr aus. Ich lege mit Ihnen fest, wer in Vorstand, Geschäftsstelle und Ehrenamt wofür zuständig ist, und schreibe die Aufgaben so auf, dass das Wissen einen Personalwechsel übersteht. Für die Außendarstellung entwickle ich mit Ihnen ein Kommunikationskonzept, das Ihre Arbeit gegenüber Stadt, Fördergebern und Presse nachvollziehbar darstellt. Den Vorstand berate ich darin, wie er die Anliegen des Vereins bei Politik und Verwaltung vertritt.
Bei religiös geprägten Trägern trenne ich mit Ihnen die geförderte Bildungs- und Sozialarbeit erkennbar von der religiösen Arbeit. Öffentliche Fördergeber setzen diese Trennung voraus.
Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe
Die Anerkennung nach § 75 SGB VIII ist für viele Vereine der Schritt in eine feste Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Eine auf Dauer angelegte Förderung setzt sie in der Regel voraus. Anerkannt werden kann ein Verein, der in der Jugendhilfe tätig ist, gemeinnützige Ziele verfolgt und die Gewähr für eine den Zielen des Grundgesetzes förderliche Arbeit bietet. Außerdem müssen seine fachlichen und personellen Voraussetzungen erwarten lassen, dass er einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Jugendhilfe leisten kann. Für einen Kunden habe ich das Verfahren selbst begleitet und durchgeführt.
Vereine scheitern oft, weil sie übersehen, dass die Anerkennung auch ein politischer Prozess ist. Über den Antrag entscheidet meist der Jugendhilfeausschuss, in dem Kommunalpolitik und freie Träger vertreten sind. Mit Ihnen plane ich deshalb neben den Unterlagen, wen Sie vor der Entscheidung informieren und einbinden.
Konzepte, Anträge und Berichte
Konzepte, Förderanträge, Sachberichte und Verwendungsnachweise schreibe ich selbst, oder ich erarbeite sie mit Vorstand und Team, bis Ihr Team sie allein schreiben kann. Welcher Weg passt, hängt von der Frist ab und davon, ob Ihr Team diese Arbeit künftig selbst übernehmen soll.
Wenn ein Konzept in mehreren Fassungen kursiert und der Sachbericht jedes Jahr neu aus alten Dateien entsteht, richte ich mit Ihnen eine gemeinsame Textgrundlage ein. Wie ich dafür das freie Werkzeug Quarto einsetze, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Gespräche mit Ämtern
Ob ein neues Angebot zustande kommt, entscheidet sich oft im Gespräch mit Jugendamt, Sozialamt, Fachstelle oder Verwaltungsspitze. Ich nehme an diesen Gesprächen teil oder bereite Vorstand und Geschäftsführung darauf vor, etwa mit einem Positionspapier und Antworten auf die Fragen, die das Amt voraussichtlich stellt. Als Leiter einer Geschäftsstelle saß ich selbst mit am Tisch, bei Fachämtern ebenso wie beim Oberbürgermeister.
Verstetigung
Läuft eine Projektförderung aus, soll die Arbeit oft weitergehen, mit den Menschen und Netzwerken, die das Projekt aufgebaut hat. Ich berate, wie das Projekt in Regelstrukturen übergehen kann, und arbeite die Unterlagen dafür aus, vom Konzept bis zur Satzung eines eigenen Vereins.
Konflikte und Moderation
Sind Vorstand, Mitglieder oder Team über den Kurs des Vereins uneins, bleibt die Arbeit liegen. Ich moderiere Klausur- und Strategietagungen und vermittle in festgefahrenen Konflikten als jemand, der keiner Seite verpflichtet ist. Wird ein Konflikt öffentlich ausgetragen, finden Sie mein Angebot unter Krisen und Konflikte.
Ergebnis
Ziel ist ein Verein, der seine Unterlagen und Abläufe selbst weiterführt und dessen Konzepte, Anträge und Berichte den Anforderungen von Ämtern und Fördergebern genügen. Fördergeber, die eine Begleitung beauftragen, fördern danach Träger, die fachlich sicherer arbeiten und nachvollziehbar berichten.
Formate und Dauer
Ein Auftrag reicht vom einzelnen Vortrag oder Seminar bis zur Begleitung über mehrere Jahre. Vorträge dauern 30 bis 60 Minuten, Workshops zwei Stunden bis einen ganzen Tag, als Klausur mit dem Vorstand auch ein Wochenende. Themen sind etwa Vereinsgründung und Satzung, die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe, Förderanträge und Verwendungsnachweise, Leitbild oder Öffentlichkeitsarbeit. Ich arbeite vor Ort und online. Workshops sind für Gruppen bis etwa 20 Personen ausgelegt.
Längere Begleitungen verlaufen in Schleifen aus Terminen mit Vorstand oder Team und der Arbeit an den Unterlagen dazwischen. Den nächsten Schritt lege ich jeweils mit Ihnen fest.

Was ich nicht übernehme
Rechts- und Steuerberatung, Buchhaltung, Arbeitsrecht, Personalauswahl und Bauplanung übernehme ich nicht. Steht eine dieser Fragen an, verweise ich an Fachleute.
Beispiele
Von 2017 bis Ende 2019 habe ich über Karahan Consulting das Fachspezifische Trägercoaching für das Bundesfamilienministerium entwickelt und durchgeführt. Viele der begleiteten Träger waren neu in der öffentlichen Förderung und arbeiteten überwiegend mit Ehrenamtlichen. Schwerpunkte waren Öffentlichkeitsarbeit, pädagogische Fachlichkeit, Leitbild und Dokumentation, im letzten Jahr auch die Abschlussberichte. Nach den Zwischenberichten wurde die Öffentlichkeitsarbeit der Projekte im Lauf des Coachings deutlich besser, und mehrere Träger haben erstmals eine eigene Website aufgebaut. Auftrag und Vorgehen beschreibt die Fallkarte unter Referenzen.
Wer mich ruft, hat meist schon ein Problem, das nicht öffentlich werden soll. Weitere Fälle beschreibe ich deshalb ohne Namen.
- Ein Projekt, dessen Förderung auslief, habe ich beim Übergang in eine dauerhafte Struktur begleitet, vom Konzept bis zur Satzung.
- Für einen Verein habe ich einen internen Konflikt moderiert und mit den Beteiligten eine Lösung erarbeitet.
- Einen Unternehmerverband habe ich bei seiner professionellen Weiterentwicklung und in politischen Fragen beraten.
- Einen Verein, der sich für Inklusion einsetzt, habe ich über längere Zeit bei seiner Professionalisierung begleitet, unter anderem bei Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationskonzept.
Wie ich neue Angebote mit Ämtern, Vorstand und Mitgliedern ausgehandelt habe, zeigen die Prozessbeispiele aus der Trägerarbeit unter Referenzen.
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So läuft es ab
- Gespräch. Auf Ihre Anfrage antworte ich innerhalb von zwei Werktagen und schlage einen Termin für ein Erstgespräch vor. Das Gespräch dauert 30 Minuten, ist kostenfrei und unverbindlich. Ich führe es bevorzugt per Video, auf Wunsch auch am Telefon. Eine fertige Fragestellung brauchen Sie dafür nicht.
- Angebot. Innerhalb von fünf Werktagen nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot. Zielgruppe, Dauer, Format und Material lege ich mit Ihnen fest. Gibt Ihr Haus einen eigenen Vertrag vor, arbeite ich damit.
- Durchführung. Vorträge, Workshops und Fortbildungen finden vor Ort oder online statt. Bei einer längeren Begleitung stimme ich nach jedem Abschnitt mit Ihnen den nächsten Schritt ab.
- Nachbereitung. Auch sie gehört zum Auftrag. Sie erhalten Material für Ihre Dokumentation und auf Wunsch ein Resümee, das mögliche Folgeschritte benennt.
Vertraulichkeit
Anfragen und Aufträge behandle ich vertraulich. Wünschen Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung, unterschreibe ich Ihre oder lege eine eigene vor. Namen von Auftraggebern nenne ich nur mit deren Freigabe. Inhalte aus Beratungen gebe ich nur anonymisiert wieder.
Doppelmandate übernehme ich nicht. In einer Sache arbeite ich nur für einen Auftraggeber und nie für dessen Gegenüber, und zu einem Träger nehme ich keine zwei Aufträge an, die gegeneinander laufen. Was ich aus einem früheren Mandat weiß, verwende ich in keinem späteren Auftrag.
Aufträge von Organisationen mit Extremismusbezug lehne ich ab. Bei Trägern prüfe ich das, bevor ich zusage. Sicherheitsbehörden können mich beauftragen. Rechtsberatung biete ich nicht an.
Ein Verein oder Träger steht vor dem nächsten Schritt?
Schildern Sie kurz Ihr Anliegen. Im kostenfreien Erstgespräch von 30 Minuten kläre ich mit Ihnen, was Sie brauchen.