Krisen und Konflikte

Vorbereitung und Beratung für Träger, Verwaltungen und Stiftungen, wenn Vorwürfe öffentlich werden oder eine Kooperation infrage steht.

Wird ein Vorwurf gegen Ihre Organisation öffentlich oder steht eine Kooperation infrage, müssen Sie schnell entscheiden, wie Sie reagieren. Oft ist dann nicht geklärt, wer für die Organisation spricht und wer Förderer und Partner informiert. Ich bereite Träger, Verwaltungen und Stiftungen auf solche Lagen vor und berate sie im Ernstfall.

Wann Sie mich ansprechen

  • Sie haben für eine eigene Veranstaltung einen Referenten eingeladen und erfahren, dass er problematische oder extremistische Bezüge hat. Sie müssen entscheiden, ob die Einladung bestehen bleibt, und diese Entscheidung nach außen vertreten.
  • Eine Veröffentlichung Ihrer Einrichtung wird in der Presse oder in sozialen Netzwerken kritisiert, und Sie wissen nicht, ob und wie Sie antworten sollen.
  • Eine Kooperation wird öffentlich infrage gestellt, oder sie funktioniert im Alltag nicht.
  • Gegen eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter steht ein Vorwurf im Raum, und im Team gehen die Meinungen darüber auseinander.
  • Sie fördern Träger und wollen verhindern, dass deren vermeidbare Fehler auf Sie als Fördergeber zurückfallen.
  • Ihre Kommune kommt in einem Konflikt mit einer Moscheegemeinde nicht weiter, und Sie suchen jemanden, der das Gespräch moderiert.

Was ich übernehme

  • Vorbereitung. Ich lege mit Ihnen eine Sprecherregelung fest. Sie bestimmt, wer im Ernstfall entscheidet und nach außen spricht, und legt fest, wer Förderer und Partner informiert und Vorfälle dokumentiert. Ob ein Referent oder Kooperationspartner problematische Bezüge hat, prüfe ich auf Wunsch vorher. Das gehört zum Feld Akteure und Verbände einordnen.
  • Beratung im Ernstfall. Ist der Fall schon eingetreten, berate ich kurzfristig. Ich ordne mit Ihnen den Vorwurf ein, entwerfe Stellungnahmen und Pressemitteilungen und bereite Antworten auf Presseanfragen vor. Je schneller ich reagieren soll, desto teurer wird die Beratung.
  • Kritik einordnen. Ich prüfe mit Ihnen, ob berechtigte Kritik vorliegt, ein Missverständnis, ein überzogener Vorwurf oder eine gezielte Kampagne. Davon hängt ab, ob Sie antworten, einen Fehler einräumen oder abwarten. Mit Social Monitor beobachte ich, wie sich eine Empörungswelle in sozialen Netzwerken ausbreitet, und erkenne, ob eine abgestimmte Kampagne dahintersteht. Teams können das Werkzeug auch selbst buchen.
  • Konflikte im Team. Ein Vorwurf gegen einen Kollegen oder eine umstrittene Kooperation kann ein Team spalten. Im Workshop klärt das Team zuerst, ob der Konflikt die Sache betrifft, die Beziehung untereinander oder unterschiedliche Werte. Es lernt, Kritik von Abwertung zu trennen, und erarbeitet einen Verhaltenskodex, der unterschiedliche Überzeugungen zulässt und das Team handlungsfähig hält.
  • Moderation zwischen Kommune und Moscheegemeinde. Ich werde öfter um Vermittlung gebeten, wenn eine Kommune und eine Moscheegemeinde in einem Konflikt festgefahren sind. Auf Anfrage moderiere ich solche Gespräche. Eine Mediationsausbildung habe ich nicht. Meine Erfahrung stammt aus langjähriger Arbeit in Migrantenselbstorganisationen. Dort war ich oft selbst Partei und musste trotzdem Wege finden, im Gespräch zu bleiben. 2019 habe ich auf der Jahrestagung der Islamberatung der Diözese Rottenburg-Stuttgart über die Bedeutung der Moscheen für das soziale Leben muslimischer Menschen gesprochen. Die Tagung befasste sich mit Moscheen und Konflikten um Moscheebauten.

Formate und Rahmen

  • Vortrag zur Krisenkommunikation, 30 bis 60 Minuten, als Einstieg für Vorstand, Leitung oder Team
  • Workshop zur Krisenkommunikation, ein halber oder ein ganzer Tag, für Vorstände, Leitungen und alle, die nach außen kommunizieren
  • Workshop für Teams zum Umgang mit Konflikten und Vorwürfen, ein halber bis ein ganzer Tag
  • Beratung im laufenden Ernstfall per Video, Telefon oder vor Ort
  • Moderation von Gesprächen zwischen Kommune und Moscheegemeinde auf Anfrage

Vorträge und Workshops finden in Präsenz oder online statt. Ein Workshop ist für bis zu etwa 20 Teilnehmende ausgelegt. Länge und Schwerpunkt lege ich mit Ihnen im Vorgespräch fest.

Ergebnis

Was Sie schriftlich erhalten, richtet sich nach dem Bedarf, den ich mit Ihnen feststelle. Das kann eine Sprecherregelung sein, ein Verhaltenskodex für das Team oder ein Ablauf für den Ernstfall, der Zuständigkeiten und erste Schritte festhält. Im laufenden Fall erhalten Sie Entwürfe für Stellungnahmen und meine Einschätzung der Lage.

Erfahrung

Von 2017 bis Ende 2019 gehörte Krisenintervention zu meiner Arbeit im Fachspezifischen Trägercoaching für das Bundesfamilienministerium. Dort habe ich muslimische Träger begleitet. Gegen einzelne von ihnen wurden in der Presse und in sozialen Netzwerken Vorwürfe erhoben. Ich habe die Berichterstattung laufend ausgewertet und mit den Trägern Pressemitteilungen und Antworten auf kritische Anfragen erarbeitet. Das Coaching sollte die Träger vor Angriffen von außen schützen und manchmal auch vor eigenen Fehlern. Den Fördergeber sollte es vor vermeidbaren Fehlern der geförderten Träger bewahren.

2020 habe ich in einem Online-Pressegespräch des Mediendienstes Integration erläutert, wie Journalistinnen und Journalisten Vorwürfe gegen Moscheegemeinden prüfen können. Wie Redaktionen Vorwürfe prüfen, berücksichtige ich, wenn ich mit Ihnen Antworten auf Presseanfragen vorbereite.

Beispiel

Ein Träger der Sozialen Arbeit wandte sich an mich, nachdem einem Mitarbeiter wegen seiner Äußerungen im Netz Islamfeindlichkeit vorgeworfen worden war. Die Leitung wollte eine Einschätzung und eine Fortbildung für das Team.

Der halbtägige Workshop begann mit dem Rahmen. Die Meinungsfreiheit schützt auch unbequeme Ansichten. Im Beruf ziehen die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und der pädagogische Auftrag Grenzen. Wer sich mit erkennbarem Bezug zum Arbeitgeber äußert, spricht nicht mehr nur als Privatperson. Danach übte das Team, Kritik von Abwertung zu unterscheiden. Drei Prüffragen halfen dabei, etwa die Frage, ob eine Äußerung ein Verhalten betrifft oder die Person. Für Religionskritik galt der Grundsatz, dass Glaube und Praxis kritisiert werden dürfen und die Würde der Person unantastbar bleibt.

Im zweiten Teil bearbeiteten Kleingruppen Fälle aus dem Alltag, von der Bemerkung in der Teeküche bis zur Diskussion über einen Kooperationspartner, und schlugen Leitplanken für das Team vor. Meine eigenen Vorschläge waren unter anderem, pauschaler Abwertung zu widersprechen und bei Sorgen nachzufragen, bis die konkrete Sache benannt ist.

Was ich nicht übernehme

  • Betroffene begleite ich nicht psychologisch.
  • Ich arbeite vorbeugend und beratend. Gefahrenabwehr und Ermittlungen übernehme ich nicht.
  • Stellungnahmen mit rechtlichem Risiko sollte vor der Veröffentlichung eine Anwältin oder ein Anwalt prüfen.

Passende Fortbildung

Muslimische Familien in der Notfallseelsorge richtet sich an Einsatzkräfte, Notfallseelsorge und Hilfsorganisationen. Sie behandelt den Umgang mit muslimischen Familien an der Einsatzstelle. Ich habe Notfallbegleiter geschult. Für das Kursbuch „Notfallbegleitung für Muslime und mit Muslimen. Ein Kursbuch zur Ausbildung Ehrenamtlicher“ (hg. von Thomas Lemmen, Nigar Yardim und Joachim Müller-Lange, Gütersloher Verlagshaus 2011) habe ich den Beitrag „Notfallbegleitung für Muslime oder mit Muslimen?“ geschrieben.

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Weitere Analysen

So läuft es ab

  1. Gespräch. Auf Ihre Anfrage antworte ich innerhalb von zwei Werktagen und schlage einen Termin für ein Erstgespräch vor. Das Gespräch dauert 30 Minuten, ist kostenfrei und unverbindlich. Ich führe es bevorzugt per Video, auf Wunsch auch am Telefon. Eine fertige Fragestellung brauchen Sie dafür nicht.
  2. Angebot. Innerhalb von fünf Werktagen nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot. Zielgruppe, Dauer, Format und Material lege ich mit Ihnen fest. Gibt Ihr Haus einen eigenen Vertrag vor, arbeite ich damit.
  3. Durchführung. Vorträge, Workshops und Fortbildungen finden vor Ort oder online statt. Bei einer längeren Begleitung stimme ich nach jedem Abschnitt mit Ihnen den nächsten Schritt ab.
  4. Nachbereitung. Auch sie gehört zum Auftrag. Sie erhalten Material für Ihre Dokumentation und auf Wunsch ein Resümee, das mögliche Folgeschritte benennt.

Vertraulichkeit

Anfragen und Aufträge behandle ich vertraulich. Wünschen Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung, unterschreibe ich Ihre oder lege eine eigene vor. Namen von Auftraggebern nenne ich nur mit deren Freigabe. Inhalte aus Beratungen gebe ich nur anonymisiert wieder.

Doppelmandate übernehme ich nicht. In einer Sache arbeite ich nur für einen Auftraggeber und nie für dessen Gegenüber, und zu einem Träger nehme ich keine zwei Aufträge an, die gegeneinander laufen. Was ich aus einem früheren Mandat weiß, verwende ich in keinem späteren Auftrag.

Aufträge von Organisationen mit Extremismusbezug lehne ich ab. Bei Trägern prüfe ich das, bevor ich zusage. Sicherheitsbehörden können mich beauftragen. Rechtsberatung biete ich nicht an.

Sie stehen vor einer Krise oder einem Konflikt?

Schildern Sie kurz, worum es geht. Im kostenfreien Erstgespräch von 30 Minuten per Video oder Telefon kläre ich mit Ihnen, was Sie brauchen. Wenn es eilt, schreiben Sie das bitte dazu.

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