Akteure und Verbände einordnen
Bevor Sie mit einer muslimischen Organisation zusammenarbeiten, sie fördern oder über sie berichten, wollen Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Ich ordne islamische Verbände, Gemeinden, Vereine und Personen für Kommunen, Behörden, Stiftungen, Träger und Redaktionen ein. Dabei prüfe ich, ob es einen Bezug zu Extremismus gibt.
Wann Sie mich ansprechen
- Sie planen eine Kooperation mit einer Moscheegemeinde, einem Verband oder einem Verein.
- Ein Träger beantragt Mittel bei Ihrer Stiftung, Kommune oder Behörde.
- In Ihren Räumen oder bei einer Veranstaltung, die Sie unterstützen, soll ein Redner auftreten, über den Sie wenig wissen.
- Ihre Redaktion will über eine Gemeinde, einen Verein oder eine Person berichten und braucht vorher Belege, wem sie zuzuordnen ist.
- Sie besetzen einen Beirat, einen Runden Tisch oder ein anderes Gremium und wollen die Kandidatinnen und Kandidaten einordnen.
Auch Aufträge von Sicherheitsbehörden nehme ich an. Mir geht es dabei um die Wahrung der öffentlichen Ordnung.
So ordne ich ein
Bevor ich urteile, trage ich Material zusammen. Für eine Redaktion habe ich etwa Belege dazu gesammelt, welchem Verband eine Gemeinde angehört.
Ich werte ausschließlich öffentlich zugängliches Material aus. Grundlage sind Handlungen, also Publikationen, Erklärungen und Beiträge in sozialen Medien, die eine Organisation oder Person selbst veröffentlicht hat. Ob jemand Muslim ist, spielt für die Einordnung keine Rolle.
Was ein Verband auf Deutsch veröffentlicht, vergleiche ich mit dem, was er in der Sprache des Herkunftslands an die eigene Basis richtet. Ich prüfe auch, wo in einer Organisation entschieden wird und welches Mandat Ihr Gesprächspartner dort hat. Für Beiträge in sozialen Medien nutze ich Social Monitor. Vieles recherchiere ich ohne dieses Werkzeug direkt in den Quellen.
Zu jeder Einstufung liefere ich die Quellen mit. So können Sie nachvollziehen, worauf sie beruht, und Ihre Entscheidung gegenüber Rat, Vorstand oder Öffentlichkeit begründen. Sanktionen verhänge oder formuliere ich nicht. Was aus der Einordnung folgt, entscheiden Sie.
Was Sie erhalten
Je nach Frage und Zeitrahmen erhalten Sie die Einordnung im Gespräch, als schriftliche Kurzeinschätzung oder als Gutachten. Danach richtet sich der Umfang der Recherche.
Oft stellten sich Bedenken bei der Prüfung als unbegründet oder überzogen heraus, und geplante Auflagen entfielen. Ebenso kann die Prüfung ergeben, dass Auflagen angebracht sind.
Aus meiner Arbeit
- In einem Bundesprogramm habe ich drei Jahre lang geförderte muslimische Träger begleitet und fortlaufend eingeschätzt. Ich habe Teilnehmende und Inhalte geprüft und Hinweise gegeben, damit die Träger nicht in problematische Zusammenhänge abdriften.
- Für Redaktionen verschiedener Medien ordne ich Gemeinden, Vereine und Personen ein, über die sie berichten wollen.
- Eine Kommune und früher eine große Stiftung haben mich um Einschätzungen gebeten.
Bis 2014 habe ich über 20 Jahre in muslimischen Migrantenselbstorganisationen gearbeitet. Ich habe an der Deutschen Islamkonferenz mitgewirkt und bei der Besetzung von Beiräten beraten. Auf der Jahrestagung der Islamberatung der Diözese Rottenburg-Stuttgart habe ich 2019 über die Bedeutung der Moscheen für das soziale Leben muslimischer Menschen gesprochen.
Ansprechpartner jenseits der bekannten Verbände
Die etablierten Ansprechpartner sind für Verwaltungen gut erreichbar. Die Basis, besonders die Jugend, erreichen sie aber oft nicht mehr, oder sie stehen politisch in der Kritik. Fachlich arbeitende muslimische Vereine, etwa in Jugendarbeit, Wohlfahrt oder Kitas, sind häufig außerhalb der Moscheeverbände organisiert und für eine Verwaltung schwer zu finden. Wo diese Vereine arbeiten und warum Politik und Verwaltung sie selten dort suchen, habe ich 2026 in einer Vortragsreihe für die Fachstelle Extremismusdistanzierung Baden-Württemberg (FEX) ausgeführt (Bericht zum dritten Teil).
Ich prüfe mit Ihnen, wer für wen sprechen kann. Für Runde Tische und Beiräte erarbeite ich Kriterien, damit diese Gremien die Vielfalt vor Ort abbilden.

Fortbildung für Fachkräfte
Damit Fachkräfte in Kommunen, Behörden und bei Trägern vieles selbst einordnen können, biete ich die Fortbildung Handlungssicherheit im Umgang mit islamischen Akteuren an. Sie gibt einen Überblick von der einzelnen Moscheegemeinde bis zu den Dachverbänden. Die Teilnehmenden lernen, religiös konservative Gemeinden von extremistischen Strukturen zu unterscheiden. Sie vergleichen, wie sich ein Verband öffentlich darstellt und was er intern kommuniziert. Am Ende erarbeiten sie Kriterien, nach denen sie eine Zusammenarbeit eingehen oder ablehnen.
Die Fortbildung findet in Präsenz oder online statt. Als Vortrag dauert sie 30 bis 60 Minuten, als Workshop zwei Stunden bis einen ganzen Tag. Workshops sind für bis zu etwa 20 Teilnehmende ausgelegt.
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So läuft es ab
- Gespräch. Auf Ihre Anfrage antworte ich innerhalb von zwei Werktagen und schlage einen Termin für ein Erstgespräch vor. Das Gespräch dauert 30 Minuten, ist kostenfrei und unverbindlich. Ich führe es bevorzugt per Video, auf Wunsch auch am Telefon. Eine fertige Fragestellung brauchen Sie dafür nicht.
- Angebot. Innerhalb von fünf Werktagen nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot. Zielgruppe, Dauer, Format und Material lege ich mit Ihnen fest. Gibt Ihr Haus einen eigenen Vertrag vor, arbeite ich damit.
- Durchführung. Vorträge, Workshops und Fortbildungen finden vor Ort oder online statt. Bei einer längeren Begleitung stimme ich nach jedem Abschnitt mit Ihnen den nächsten Schritt ab.
- Nachbereitung. Auch sie gehört zum Auftrag. Sie erhalten Material für Ihre Dokumentation und auf Wunsch ein Resümee, das mögliche Folgeschritte benennt.
Vertraulichkeit
Anfragen und Aufträge behandle ich vertraulich. Wünschen Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung, unterschreibe ich Ihre oder lege eine eigene vor. Namen von Auftraggebern nenne ich nur mit deren Freigabe. Inhalte aus Beratungen gebe ich nur anonymisiert wieder.
Doppelmandate übernehme ich nicht. In einer Sache arbeite ich nur für einen Auftraggeber und nie für dessen Gegenüber, und zu einem Träger nehme ich keine zwei Aufträge an, die gegeneinander laufen. Was ich aus einem früheren Mandat weiß, verwende ich in keinem späteren Auftrag.
Aufträge von Organisationen mit Extremismusbezug lehne ich ab. Bei Trägern prüfe ich das, bevor ich zusage. Sicherheitsbehörden können mich beauftragen. Rechtsberatung biete ich nicht an.
Sie wollen eine Organisation oder Person einordnen lassen?
Schildern Sie kurz Ihr Anliegen. Im Erstgespräch kläre ich mit Ihnen vertraulich, was Sie brauchen.