Referenzen
Ich arbeite für Behörden, Fachstellen, Stiftungen und Träger, viele davon in sensiblen Feldern. Namen nenne ich deshalb nur mit ausdrücklicher Freigabe, sonst die Art der Organisation.
Expertisen, Studien und Fachbeiträge
- „Akteure und Herausforderungen“Studie zu Trägern und Projekten gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus für einen zivilgesellschaftlichen Auftraggeber, 03/2019, 40 Seiten, gemeinsam mit Eren Güvercin
- „Religiös begründete Jugendarbeit muslimischer und alevitischer Gemeinschaften und Verbände. Eine Expertise zur gegenwärtigen Situation in der Bundesrepublik Deutschland“Expertise für ein Bundesministerium, 12/2017, 224 Seiten, gemeinsam mit Klaus Waldmann
- „Muslimische Perspektiven auf Jugendpräventionsarbeit in Deutschland: Hindernisse, Bedenken und Möglichkeiten“Kurzexpertise für ein Präventionsnetzwerk, 2016
- „Notfallbegleitung für Muslime oder mit Muslimen?“Beitrag im Kursbuch „Notfallbegleitung für Muslime und mit Muslimen. Ein Kursbuch zur Ausbildung Ehrenamtlicher“ , hg. von Thomas Lemmen, Nigar Yardim und Joachim Müller-Lange, Gütersloher Verlagshaus, 2011
Fortbildungen und Vorträge
- 05/2026Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro NRWSeminarreferat für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für Geflüchtete · Islamverbände und deutsche Religionspolitik
- 03/2026SoNett e.V.Impulsvortrag bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus„Perspektiven der Arbeitsmarktintegration im öffentlichen Dienst“
- 2026Fachstelle Extremismusdistanzierung Baden-Württemberg (FEX)Online-Vortragsreihe in drei Teilen„Funktionserhalt statt Diversitäts-Lyrik – Die materielle Basis der Institutionen“„Die gespaltene Realität – Strukturelle Divergenzen im Staatsverständnis“„Jenseits der Verbände – Neue Akteure, alte Blockaden und der Brain Drain der Zivilgesellschaft“
- 12/2025Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin (BLiQ)Lehrkräftefortbildung„Männlichkeitsbilder zwischen Tradition und Radikalisierung“
- 11/2025Zivilgesellschaftlicher VereinWorkshop„Haltung zeigen, Grenzen kennen – Zwischen Meinungsfreiheit, Kritik und professioneller Verantwortung“
- 09/2025AJS NRW, IDZ-FachgesprächVortrag im Fachgespräch„Männlichkeitsbilder zwischen Tradition und Radikalisierung – Herausforderungen und Prävention in der muslimischen Jugendarbeit“
- 06/2025Bundesforum MännerPanel und Workshop beim Fachtag„Männlichkeitsbilder zwischen Tradition und Radikalisierung – Herausforderungen und Prävention in der muslimischen Jugendarbeit“
- 03/2025Theater OberhausenWorkshop bei einer Fachtagung zu antisemitismuskritischer Bildungsarbeit„Antisemitismus in muslimischen Kontexten – Narrative verstehen, Perspektiven entwickeln“
- 01/2025AntidiskriminierungsberatungsstelleFachvortrag und zwei interne Round-Tables„Antisemitismus in muslimischen bzw. islamistischen Milieus – Akteure, Konzepte und Herausforderungen“
Mitwirkung an Tagungen und Anhörungen
- 02/2026Evangelische Akademie LoccumVortrag und Input zur Abschlussdiskussion bei einer Tagung„Antisemitismus in muslimischen Milieus – Mechanismen, Narrative und das Schweigen der Mitte“„Muslimfeindlichkeit – Vom Dokumentieren zum Handeln“
- 11/2025DLR Projektträger im Auftrag des BMFTR, 9. Dialogforum „Integration durch Bildung“Vortrag beim Dialogforum„Digitale Bildungsräume und Männlichkeitsbilder“
- 09/2025Evangelische Akademie LoccumPanel im Kamingespräch der Tagung „Vom Gastarbeiter zum Gastmuslim?“
- 07/2025Abgeordnetenhaus Berlin, Ausschuss für Integration, Frauen und Gleichstellung, Vielfalt und AntidiskriminierungRedebeitrag als Anzuhörender„Muslimfeindlichkeit in Berlin – aktuelle Situation“
- 11/2019Diözese Rottenburg-Stuttgart, Jahrestagung der Islamberatung in Baden-WürttembergVortrag auf der Jahrestagung zu Moscheen und Moscheebaukonflikten · Bedeutung der Moscheen für das soziale Leben muslimischer Menschen
Beratungsaufträge
Fachspezifisches Trägercoaching für muslimische Projektträger
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Ausgangslage
- Das Ministerium förderte Projekte muslimischer Träger. Viele dieser Träger waren neu in der öffentlichen Förderung und arbeiteten überwiegend mit Ehrenamtlichen. Ihnen fehlte Erfahrung in politischer Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Religiöse Arbeit und geförderte Bildungsarbeit waren organisatorisch oft nicht getrennt. Zugleich standen die Projekte unter genauer öffentlicher Beobachtung.
- Auftrag
- Ein Coaching entwickeln und durchführen, das die geförderten Träger über die gesamte Förderdauer fachlich begleitet, abgestimmt mit dem zuständigen Fachreferat.
- Beitrag
- Ich habe das Coaching konzipiert und als verantwortlicher Coach durchgeführt. Mit jedem Träger habe ich zu Beginn Coachingziele vereinbart. Die geplanten Gruppenworkshops ließen sich wegen schwer abzustimmender Termine und unterschiedlicher Bedarfe kaum umsetzen. Ich habe die Träger deshalb meist einzeln begleitet, mit den Schwerpunkten Website und soziale Medien, Pressearbeit, Materialien, Dokumentation und Leitbild. Für alle Träger habe ich zwei Arbeitshilfen geschrieben, eine zur Krisenkommunikation öffentlich geförderter Projekte und eine zur Unterscheidung religiöser von gesellschaftsbezogener Bildung. Ehrenamtliche aus Jugendgruppen habe ich als Multiplikatoren geschult und 2019 mit den Trägern Dokumentation und Abschlussberichte vorbereitet. Für Grundlagen der politischen Bildung habe ich einen Kollegen aus der Jugendbildung hinzugezogen.
- Ergebnis
- Alle Träger haben das Coaching angenommen. Nach den Zwischenberichten wurde ihre Öffentlichkeitsarbeit deutlich besser, vor allem bei kleineren Trägern. Mehrere haben im Coaching erstmals eine eigene Projekt- oder Trägerwebsite aufgebaut.
Prozessbeispiele aus der Trägerarbeit
Als Leiter der Geschäftsstelle eines Trägers in Nordrhein-Westfalen habe ich neue Angebote entwickelt und ihre Bedingungen mit Ämtern, Fachstellen, dem Spitzenverband, Vorstand und Mitgliedern ausgehandelt. Drei dieser Vorhaben beschreibe ich hier.
Eine kultursensible Wohngruppe für Kinder und Jugendliche
Als Leiter der Geschäftsstelle einer Migrantenselbstorganisation in Nordrhein-Westfalen
- Ausgangslage
- Den Anstoß gaben Mitglieder des Vereins. Bei Kinderschutzmaßnahmen in migrantischen Familien kam es zu Konflikten, und es fehlten Einrichtungen, die religiöse und kulturelle Prägung berücksichtigen, wie es § 9 SGB VIII verlangt.
- Aufgabe
- Die erste Idee einer Inobhutnahmestelle zu einem tragfähigen Konzept für eine stationäre Wohngruppe ausarbeiten und mit Jugendamt, Vorstand und Mitgliedern abstimmen.
- Vorgehen
- Ich habe das Konzept entwickelt, von der Bestandsaufnahme über die Gliederung bis zu allen Überarbeitungen. Eine Projektmitarbeiterin hat die Ausarbeitung nach meinen Vorgaben übernommen. Dazu gehörten Präsentationen für den Vorstand und eine Liste möglicher Partner, von Hochschulen und Fachinstituten bis zu Verbänden und kultursensibel arbeitenden Jugendhilfeträgern.
- Aushandlung
- Im Gespräch mit Bereichsleitung, Jugendhilfeplanung und Fachcontrolling des Jugendamts zeigte sich, dass das Amt den Verein als religiösen Träger sah. Wir haben das Konzept daraufhin bekenntnisneutral gefasst und für Kinder unabhängig von ihrer Religion geöffnet. Auf Rat des Amts richtet es sich an Zehn- bis Siebzehnjährige und sieht ambulante Vor- und Nacharbeit vor. Der Heimaufsicht im Landesjugendamt sollten die möglichen Räume vorab gezeigt werden. Vorstand, Mitglieder und der Spitzenverband, dem der Verein angehört, waren in die Entscheidungen eingebunden. Moscheegemeinden, Stadtteilbüro und Integrationsrat sollten als Partner im Stadtteil mitwirken.
- Ergebnis
- Ein Konzept für acht Plätze, überarbeitet nach den Rückmeldungen des Jugendamts, dazu zwei Raumoptionen und das Stellenprofil für die Einrichtungsleitung.
Kultursensible Seniorenbetreuung
Als Leiter der Geschäftsstelle einer Migrantenselbstorganisation in Nordrhein-Westfalen
- Ausgangslage
- Die Seniorenangebote der Stadt erreichten ältere türkeistämmige Frauen wegen der Sprache kaum, und die Angebote der Moscheegemeinden richteten sich meist an Männer. Pflegende Angehörige brauchten Entlastung.
- Aufgabe
- Aus einem offenen Treff eine Betreuungsgruppe entwickeln, die als Angebot zur Unterstützung im Alltag anerkannt werden kann.
- Vorgehen
- Ich habe die Vorhabenbeschreibung, ein Förderkonzept mit Finanzplan und das Betreuungskonzept in fünf Fassungen geschrieben und den Antrag auf Anerkennung nach der nordrhein-westfälischen Anerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO) gestellt. Der Vorstand hat das Vorhaben in mehreren Sitzungen beraten und den Förderantrag beschlossen.
- Aushandlung
- Mit dem Sozialamt der Stadt ging es um Förderung und den Platz des Angebots in der offenen Seniorenarbeit, mit der regionalen Fachstelle für Alter und Pflege um die Bedingungen der Anerkennung. Auf ihren Rat haben wir das Angebot auf eine Abrechnung über den Entlastungsbetrag der Pflegekasse umgestellt, mit festem Preis und Umfang und einer Fachkraft, die über einen ambulanten Pflegedienst mitarbeitet. Den geplanten Fahrdienst haben wir aus dem Konzept genommen, weil er eine Genehmigung zur Personenbeförderung vorausgesetzt hätte. Integrationsrat und Seniorenbeirat haben wir über einen Infoabend eingebunden.
- Ergebnis
- Im März 2025 hat die Stadt die Betreuungsgruppe als Angebot zur Unterstützung im Alltag anerkannt. Der monatliche Treff, aus dem sie hervorging, besteht seit 2024.
Eine Kita wächst von zwei auf vier Gruppen
Als Leiter der Geschäftsstelle einer Migrantenselbstorganisation in Nordrhein-Westfalen
- Ausgangslage
- Die Kita des Vereins war mit zwei Gruppen dauerhaft überbelegt. Fast alle Kinder kamen aus Familien, die zu Hause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch sprachen. Im Stadtteil fehlten Plätze, und die Stadt baute ihr Kita-Angebot aus.
- Aufgabe
- Einen Weg zur Erweiterung auf vier Gruppen finden, bei dem der Verein weder selbst bauen noch den Bau finanzieren muss.
- Vorgehen
- Ich habe das Positionspapier für das Gespräch mit dem Oberbürgermeister geschrieben, den Kontakt zur Bedarfsplanung des Jugendamts aufgebaut, Gruppenvarianten und die Betriebsförderung kalkuliert und den offenen Verwendungsnachweis für den ersten Bau erstellt. Außerdem habe ich Angebote für eine Übergangslösung mit Containern eingeholt, die Vorstandssitzungen protokolliert und die Pressemitteilung zum Spatenstich geschrieben.
- Aushandlung
- Vorstand und Mitglieder wollten keine Bürgschaften übernehmen. Wir haben deshalb ein Investorenmodell gewählt, bei dem ein Investor das Nachbargrundstück kauft, baut und langfristig an den Verein vermietet. Nach einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister wurde der Verein in den Kreis der Träger für neue Kitas aufgenommen. Mit der Bedarfsplanung ging es um Gruppenstruktur und Förderung. Das Jugendamt empfahl je zwei Gruppen für unter und über Dreijährige und stellte Investitionsmittel in Aussicht. Die Bauaufsicht verlangte, die Stellplätze zu erhalten. Der neue Entwurf hielt den Bebauungsplan ein und sah einen Mehrzweckraum vor, den auch die Stadt nutzen kann. Als die Baupreise deutlich über der Förderung lagen, verhandelte das Jugendamt direkt mit dem Investor. Am Ende stand ein Mietvertrag über 25 Jahre mit Eintrittsrecht der Stadt.
- Ergebnis
- Im März 2025 war Spatenstich für den Neubau. Seit Sommer 2026 stehen Räume für vier Gruppen bereit, geplant sind rund 60 statt 40 Plätze.
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