Ethos & Polis Newsletter vom 11.06.2026
Editorial
Wie bewahren Institutionen ihre Handlungsfähigkeit angesichts zunehmender gesellschaftlicher Konflikte? Diese Frage zieht sich durch die Beiträge dieser Ausgabe. Im Mittelpunkt stehen muslimische Zivilgesellschaft, Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus, digitale Radikalisierung, künstliche Intelligenz in sozialen Diensten — und die Frage, wer in zehn Jahren Verantwortung tragen wird: in Verwaltung, Pflege, Sicherheit, Bildung und gemeinnützigen Organisationen.
Neu im Blog
KI muss nicht glänzen, aber verantwortbar funktionieren — Über europäische „gut genug”-Strategien für den KI-Einsatz in der Sozialen Arbeit. Entscheidungen über Menschen dürfen nicht an Systeme ausgelagert werden, deren Fehler niemand verantwortet.
Die Komfortzone der Symmetrie — Warum die vereinfachende Gleichsetzung von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit beiden Phänomenen schadet: Sie verwischt unterschiedliche Dynamiken und Verantwortlichkeiten.
Wenn Zivilgesellschaft zur Zielscheibe wird — Auf Basis des Leitfadens der Amadeu Antonio Stiftung: Warum Organisationen präventive Strukturen brauchen, bevor der Konflikt eintritt.
Gegen die Manosphere reicht kein erhobener Zeigefinger — Digitale Radikalisierungsmechanismen bei jungen Männern: Was diese Räume versprechen, und warum moralische Appelle nicht ausreichen.
Integration beginnt im Mietvertrag — Teilhabe ist keine Einstellungsfrage, sondern beginnt sehr konkret mit dem Zugang zu Wohnraum.
Nicht was Ankara will — was wir längst hätten wissen müssen — Türkische Diasporapolitik, deutsches Religionsverfassungsrecht und die überfällige Debatte über Imamausbildung und institutionelle Transparenz.
Format vorgestellt
Workshop: Radikalisierungsprävention und Jugendschutz — Extremistische Narrative, Männlichkeitsbilder
Für Fachkräfte aus Jugendarbeit, Schule und Prävention: Wie erkennt man Männlichkeitsnarrative auf Social Media, islamistische Adaptionen westlicher Red-Pill-Konzepte — und wie führt man Gespräche ohne Moralisieren?
Zum Format auf ethos-polis.info
Berichte vergangener Veranstaltungen
FEX-Online-Lunch, 20. Mai 2026 — „Wer rückt in zehn Jahren noch aus?“
Engin Karahan referierte beim FEX-Online-Lunch über demografischen Wandel und institutionellen Funktionserhalt. Der Beitrag „Wer rückt in zehn Jahren noch aus?” ist im Blog erschienen.
IM/PULS-Panel: „Echte Männer?“, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin
Diskussion mit Dr. Johannes Hillje und Veronika Kracher über Radikalisierung im Netz und Männlichkeitsbilder. Hintergrund: „Echte Männer? Warum Männlichkeitsbilder für die Radikalisierungsprävention zentral sind”.
Anstehende Veranstaltungen
FEX-Reihe — Fortsetzung:
- 9. Juli 2026 — „Die gespaltene Realität – Strukturelle Divergenzen im Staatsverständnis”
- 23. September 2026 — „Jenseits der Verbände – Neue Akteure, alte Blockaden”
(Anmeldeinformationen folgen über die FEX-Kanäle.)
Kontakt / Anfrage
Wenn Sie zu diesen Themen eine Fortbildung, Moderation, Beratung oder einen Workshop planen, erreichen Sie Ethos & Polis unter info@ethos-polis.info.