Wie stabil ist das Gefühl von „Heimat“, wenn globale Krisen wie der Nahostkonflikt als „invasive Ordnung“ in den gesellschaftlichen Diskurs einbrechen? Im Rahmen der Abschlusstagung von MuslimDebate 2.0 analysiert Engin Karahan die aktuelle Debatte durch die soziologische Brille.
Er beschreibt den Kampf dreier konkurrierender Wirklichkeits-Angebote: Während nationale Abgrenzung und religiöser Rückzug einfache Identitäten versprechen, gerät die hybride Mitte („deutscher Muslim“) in einen fatalen „Zangengriff“ zwischen Loyalitätsforderungen der Mehrheitsgesellschaft und Solidaritätsdruck der Community. Dieses Kamingespräch ist ein Plädoyer für eine „narrative Ingenieurskunst“, die Komplexität aushält und eine widerstandsfähige Geschichte des Wir entwirft.
Themenschwerpunkte:
- Imaginäre Ordnungen: Wie Geschichten unsere soziale Realität erschaffen (nach Harari/Anderson).
- Der Zangengriff: Wie der Nahostkonflikt die hybride Identität zerreibt.
- Auswege: Strategien, um den Raum für Ambiguität und Gemeinsamkeit zurückzuerobern.