Toxische Männlichkeit & Radikalisierung in islamistischen Netzwerken
Anforderungen
- Grundkenntnisse in Jugendarbeit oder Prävention empfohlen
- Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen
- Keine theologischen Vorkenntnisse erforderlich
Ziel-Kompetenzen
- Sie können toxische Männlichkeitsnarrative in Online-Inhalten erkennen
- Sie verstehen die Verbindung zwischen Manosphere, Red-Pill und islamistischer Instrumentalisierung
- Sie kennen die drei "Kernfächer" extremistischer Indoktrination
- Sie können alternative, progressive Männlichkeitsbilder benennen
- Sie haben praktische Ansätze für Präventionsgespräche mit jungen Männern
Ziel-Gruppen
- Fachkräfte der Extremismusprävention
- Schulsozialarbeiter:innen und Lehrkräfte
- Mitarbeitende in der offenen Jugendarbeit
- Moscheegemeinden mit Jugendarbeit
- Beratungsstellen und Deradikalisierungsprojekte
- Polizei und Sicherheitsbehörden
„Real men lead“ – so beginnt die Verführung. Extremistische Akteure nutzen Männlichkeitsnarrative, um junge Männer zu rekrutieren. Dieses Seminar analysiert, wie globale Phänomene wie die Red-Pill-Bewegung religiös verpackt und instrumentalisiert werden. Fachkräfte lernen, toxische Ideologien zu erkennen, die sich als „Lebenshilfe“ tarnen, und Präventionsansätze zu entwickeln.
Das „Self-Improvement“-Narrativ als Einstiegsdroge
Die Radikalisierung beginnt oft harmlos: Tipps für Fitness, Selbstdisziplin, Karriere. Doch hinter dem Versprechen der Selbstoptimierung verbirgt sich ein toxisches Weltbild. Das „Self-Improvement“-Narrativ tarnt toxische Ideologie als Lebenshilfe. Online-Radikalisierung ist dabei ein überwiegend männliches Phänomen.
Der Lehrplan extremistischer Netzwerke
Wenn Social Media zur Schule wird, stehen drei „Kernfächer“ auf dem Lehrplan:
- Hegemoniale Männlichkeit: Dominanz, emotionale Abstumpfung und Kontrolle werden als einzige Form von Stärke definiert. Emotionen gelten als Schwäche. Frauen müssen „geführt“ werden.
- Antipluralismus: Klare „Wir-gegen-Sie“-Rahmung. Feminismus und LGBTQ+ werden als „Werkzeuge des Westens“ geframet, um den muslimischen Mann zu „verweichlichen“ [6].
- Isolierende Abgrenzung: Es wird eine psychologische Mauer gebaut. Kritik von außen (Schule, Eltern, Gesellschaft) wird als Beweis gewertet, dass man auf dem „richtigen Weg“ ist
Globale Phänomene, religiös verpackt
Oft handelt es sich nicht um originär islamische Konzepte, sondern um „islamisierte“ Versionen westlicher Ideologien aus der Manosphere. Die Analyse zeigt: Keine pauschale Islamkritik ist angebracht, sondern ein Verständnis für die Übernahme globaler Narrative.
Was Sie in diesem Seminar lernen:
- Narrative erkennen: Wie tarnen sich toxische Ideologien als Lebenshilfe?
- Mechanismen verstehen: Wie funktioniert die Instrumentalisierung von Männlichkeit?
- Prävention entwickeln: Welche alternativen Männlichkeitsbilder können wir anbieten?
- Religion differenziert betrachten: Religion kann problemstabilisierend oder lösungsorientiert sein
- 7 Sections
- 17 Lessons
- 1 Day
- Einstieg3
- Modul 13
- Modul 22
- Modul 33
- Modul 43
- Modul 53
- Abschluss0
Engin Karahan ist Gründer von Ethos & Polis und berät Organisationen in Fragen der Konfliktkultur, Vielfaltsgestaltung und professionellen Kommunikation. Er verbindet strategische Analyse mit praktischer Umsetzung und hat langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Teams aus Sozialer Arbeit, Verwaltung und Politik.
Das könnte Sie auch interessieren
-
0 Kursteilnehmer
-
1 Day
-
0 Kursteilnehmer
-
1 Day
-
0 Kursteilnehmer
-
1 Day
-
0 Kursteilnehmer
-
1 Day